Ernährungs-Update 2020

Alles Gute zum Neuen Jahr! Möge das, was Du Dir wünschst, 2020 in Erfüllung gehen. Vielleicht kann ich etwas bei der Umsetzung Deiner persönlichen Ziele in diesem Jahr mit dieser Neujahrs-Botschaft beitragen.

Meine Aufgabe als Coach ist es, Dich bei der Umsetzung Deiner Ziele zu unterstützen. Es ist u.a. einer meiner Hauptanliegen, den Menschen, meinen Kunden, die komplexe Materie der Traditionell Chinesischen Medizin so verständlich näher zu bringen, dass sie auch für Leute in der westlichen Welt ein effektives und unterstützendes Werkzeug zur gesunden Lebensführung sein kann. Besonders jetzt in der Winterzeit, wo so viele Menschen an diversen gesundheitlichen Problemen wie z.B.  grippale Infekte, Schmerzen im Bewegungsapparat, Müdigkeit, Kopfschmerzen usw. laborieren, gilt es, möglichst schnell, aber auch nachhaltig, wieder gesund und leistungsfähig zu werden und auch zu bleiben.

Thema ist natürlich, wie jeden Winter, aufgrund der vielen Betroffenen die derzeit grassierende „Grippewelle“, die ja eigentlich oft nur ein grippaler Infekt ist und erfahrungsgemäß immer erst nach dem Jahreswechsel startet.

Wieso sind so viele Menschen betroffen?

Faktum ist, dass es mit der Immunabwehr nicht zum Besten steht. Aus Sicht der westlichen Medizin gilt es nun folgende Maßnahmen zu setzen: Verbesserung der Vitaminversorgung, in erster Linie des Vitamin C, am besten durch Südfrüchte, Rohkost oder Nahrungsmittelergänzungen.
Leider löst das nicht das Problem, ganz im Gegenteil.

Aus Sicht der TCM stellt sich die Situation wie folgt dar:

Auffällig ist die Belastung des Verdauungssystems mit zuviel „thermisch kalten“ Nahrungsmitteln das ganze Jahr über, also auch im Winter. Das bedeutet, dass diese Lebensmittel auf den Organismus eine abkühlende Wirkung haben. Was zählt, ist die Temperaturcharakteristik des Lebensmittels selbst, und das hat nicht unbedingt etwas mit seiner Zubereitung zu tun. Eine Banane ist per se kalt, kann aber durch Braten in Butter, Honig und Ingwer wärmender wirken. Im Gegenteil dazu ist z.B. Wodka aus dem Gefrierschrank greifbar kalt, thermisch gesehen ist er aber warm.

Wenn also die Ernährung lange Zeit zu kalt ist, wen wundert es dann noch, wenn man sich ständig „erkältet“?

Die zweite Crux ist das Zuviel an Zucker und raffinierten Kohlenhydraten sowie der ausgeprägte Konsum von zum Teil stark gezuckerten und gesalzenen Milchprodukten wie Joghurt und Käse: sie haben auf den Organismus eine stark befeuchtende Wirkung. Was heißt das? Bei der Resorption von Zucker und Milchprodukten entsteht Feuchtigkeit, die die Verdauungsorgane (Milz, Därme) teilweise so stark belasten, dass sie ihre Funktion nicht mehr gut erfüllen können, wodurch die immunaufbauenden Nährstoffe nicht gut aufgenommen werden können. Doch dazu später mehr.

Die jüngere, figur- und gesundheitsbewusste Frau konsumiert täglich viel Rohkost in Form von Salaten, Joghurt mit Früchten, Mineralwasser und Obstsäfte oder sogar Smoothies. In diesem Zusammenhang ist auch der Trend zu vegetarischer und veganer Ernährungsweise zu hinterfragen. Viele Probleme entstehen auch mit der ständigen Verfügbarkeit der früher saisongebundenen Nahrungsmittel: Südfrüchte und Tomaten werden von überall herangekarrt und scheinen aufgrund ihrer Vitamine das Maß aller Dinge.

Fakt ist, dieser Art abkühlend-befeuchtende Ernährungsweise schwächt den Funktionskreis Milz, welcher für die gesamte Resorptionskette steht. 80% der Menschen in unseren Breitengraden haben aus Sicht der TCM einen sogenannten „Milz Qi-Mangel“ – damit ist ein Energiemangel im Verdauungstrakt gemeint.

Die TCM liebt bildhafte Vergleiche, sie stellt sich vor, in unserer Mitte brenne ein Verdauungsfeuer, welches weder zu hoch lodern soll noch zu schwach. Dieses soll die Nahrung verbrennen und in kostbare Säfte und Energie umwandeln, die uns nähren sollen. Mit einem schwachem Feuer bleibt Unverwertetes, Ungeklärtes im System liegen. Es gilt also, dieses gemäßigte Feuer am Lodern zu halten.

Die Feuchtigkeit im Verdauungstrakt (ein durchgängiger Schlauch vom Mund bis zum Anus) verdichtet sich, kondensiert zu Schleim und sinkt ab in die Körperflüssigkeiten. Dort behindert es den Fluss der Säfte und staut sich. Da die Säfte eng mit dem Blut in Verbindung stehen, führen Schleimansammlungen letztlich auch zur Verunreinigung und Stockungen des Blutes.

Schleim – im Westen Schlacken genannt – stört die Mitte. Es geschieht wie auf der Mülldeponie, er wird in die Peripherie befördert. Das klassische Auffangbecken ist der Funktionskreis Lunge: dazu zählen das Gesichtsfeld wie Nase, Ohren, Nebenhöhlen, Kehle/Rachen und Bronchien.

Flüssiger Schleim sinkt aufgrund der schweren Nässe gerne in den „Unteren Erwärmer“ – das ist alles unterhalb des Nabels – und manifestiert sich in Form von vergrößerter Prostata, Myome, Zysten.

Wenn zu Schleim auch Hitze kommt, z.B. in Form von Emotionen wie Ärger (Wut macht heißer als der beste Chili!!) und chronischen Verstimmungen wie Frust oder auch Stressbelastung verdickt der Schleim und wird zäh. Er hat nun eine Vorliebe für den „Oberen Erwärmer“, das ist alles vom Zwerchfell aufwärts, kann die subtilen Kanäle des Herzens angreifen und verschleimen – oder aber, ein sehr häufiges Phänomen, die Kehle angreifen (zunehmende Schilddrüsenproblematik in der Gesellschaft) und sogar das Gehirn.

Zusammengefasst sagt die Lehre der TCM: es geht um die Trübungen der Säfte des menschlichen Körpers. Aller Schleim entsteht aus Trüben, aus pathologischer Feuchtigkeit, die immer aufgrund einer Fehlfunktion der Mitte entsteht. Er kann sichtbar und unsichtbar sein, sitzt in unseren Leitbahnen und unserem Bindegewebe, findet einen Weg in die Organe (Gallen- und Nierensteine) und nur manchmal durch die Schleimhäute einen Weg nach außen.

Schleim ist DER Nährboden für alle möglichen Krankheiten, die sich zeigen an Symptomen wie Schwunglosigkeit, Kraftlosigkeit, Wetterfühligkeit, Kopfschmerzen, Herzbeklemmung oder Erstickungsgefühl in der Brust, Schwindel, rheumatische Beschwerden, chronische Sinusitis, Bronchitis etc.

Der Funktionskreis Milz, der Herrscher über das Blut und unser Fleisch (Bindegewebe!), hat viele zentrale Aufgaben. Er fungiert als eine Art Zwischenspeicher für alles, was von außen an uns herangetragen wird: sei es Essen und Trinken, aber auch alle Anforderungen an uns. Psychologisch gesehen umfasst das auch die Fähigkeit des Nein-Sagen-Könnens.

Auf körperlicher Ebene hat die Milz eine Transportfunktion: die KLAREN Säfte sollen nach oben befördert werden und nähren – und die zu Trockenheit neigende Lunge befeuchten. Wenn dies nicht geschieht, führt das zu trockener Haut und Schleimhäute, in krasseren Fällen zu chronischem Schnupfen und (Reiz-)Husten, Räusperzwang oder Asthma. Die TRÜBEN hingegen sollen zum Funktionskreis Dickdarm gelangen, wo sie weiter aufgespalten werden. Bei Qi Mangel und pathogener Feuchtigkeit lässt die Treibkraft des Darmes nach, dieser kann seiner Aufgabe nicht gerecht werden. Unaufgetrennt werden das Trübe als pathogene Feuchtigkeit, als Schleim oder zäher Schleim im Körper gespeichert. Es entsteht eine Art Teufelskreis.

Was empfehle ich Dir für eine gesunde, starke Mitte – als Dreh- und Angelpunkt und eine Art Jungbrunnen, der dafür sorgt, dass unser Körper rein und dynamisch wird und bleibt?

Ich empfehle Dir eine konstitutionsgerechte Ernährung abgestimmt auf Dein energetisches Bild. Dieses erkennt eine TCM Fachfrau oder –mann an Puls-, Zungen- und Gesichtsdiagnostik, an Deiner Haut, Deiner Körperhaltung und dem Klang Deiner Stimme.

Trotzdem kann Dir ich allgemeine Empfehlungen geben:

  • reduziere Süßigkeiten, streiche die ganz ungesunden
  • iss saisonaler, bevorzuge hiesiges Obst
  • Rohkostsalat maßvoll, bevorzugt in der warmen Jahreszeit
  • denke weniger über Vitamine und Spurenelemente nach, dafür koche mehr und vor allem frisch: mit unverarbeitenden Zutaten („clean eating“) und mit wärmenden, aromatischen und karminativen Gewürzen
  • lerne alle saisonalen Gemüse kennen und lieben ;))
  • Für Figurbewusste: viel Salat und Säfte füllen zwar den Magen, kühlen aber Dein Verdauungsfeuer weiter ab. Dadurch nimmst Du hinterher umso schneller wieder zu.
  • wenn Du leicht frierst, mehr warme (gekochte) Mahlzeiten am Tag
  • wenn Fleisch, dann unbedingt von guter Qualität
  • mehr Fisch, mehr Hülsenfrüchte
  • heißes (warmes) Wasser, insbesondere als Einstieg in den Tag, aber auch zwischendurch ist die älteste Medizin der Welt!
  • ein warmes Frühstück „boostet“ das Immunsystem (siehe auch mein Blog zum warmen Getreidefrühstück);  für Frühstücksmuffel: beginne langsam mit kleinen Portionen und vermeide abends ein zu spätes und schweres Abendessen

Ich wünsche Dir viel Erfolg bei der Umsetzung meiner Tipps. Gerne stehe ich Dir in 2020 wieder für ein individuelles, auf Deine Themen zugeschnittenes Ernährungs-Update zur Verfügung.

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